Schulprogramm
Das vorliegende Schulprogramm basiert auf den Inhalten unseres ersten Schulprogramms von 2003/04, das im Schuljahr 2006/07 umfassend evaluiert wurde. Als Ergebnis des Evaluationsprozesses wurden Schwerpunkte verändert oder erweitert, neue Ziele gesetzt und Maßnahmen beschlossen, die eine verbesserte pädagogische Arbeit zum Ziel haben. So haben wir mit einer schulinternen Fortbildung, dem didaktischen Training, begonnen, bei welchem vor allem die Methoden des Unterrichts in den Fokus gerieten, die wiederum ein verändertes Schülerverhalten, nämlich hin zum selbstbestimmten Lernen, zur Folge haben.
Unsere Schule ist ein Lern- und Lebensraum, in dem Kindern und Jugendlichen eine im katholisch-christlichen Glauben wurzelnde und am christlichen Menschenbild orientierte Bildung und Erziehung vermittelt wird (siehe Leitbild der katholischen Schulen). Auf dieses Leitbild Bezug nehmend haben wir eigene Leitsätze unserer pädagogischen Arbeit formuliert, denen wir uns als Pädagogen der Schule im Besonderen verpflichtet fühlen (siehe Leitsätze).
Wir glauben, dass das Verständnis füreinander, das faire Umgehen miteinander, die Fähigkeit Zuzuhören und Konflikte gewaltfrei zu lösen, nicht nur Kernkompetenzen des Lebens sind, sondern ganz konkret dem schulischen Frieden dienen, aber auch den Lernerfolg der Schüler spürbar begünstigen. Deshalb beinhaltet unser Schulprogramm den Schwerpunkt „Soziale Kompetenz“ .
Mit dem Schwerpunkt „Leseschule“ arbeiten wir weiterhin zielgerichtet an der Verbesserung der Lese- und Sprachkompetenz unserer Schüler. Die Kinder und Jugendlichen werden so auf die Anforderungen der Informationsgesellschaft vorbereitet.
Mit dem Schwerpunkt „Hauptschulpädagogik“ wollen wir die Chancen unserer Hauptschüler verbessern, die Schule erfolgreich abzuschließen. Unsere bisherige Arbeit hat sich gelohnt, denn wir sind im Schuljahr 2006/07 Hamburgs zweitbeste Hauptschule geworden. Diese Auszeichnung ist uns Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu machen.
Mit dem Schwerpunkt „Berufsorientierung“ unterstützen wir unsere Sekundarstufenschüler. Wir wollen ihnen zu einer guten Anschlussperspektive verhelfen. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Kooperation mit der Lernwerkstatt „Startklar“ zu, die von IN VIA Hamburg eV, einem Fachverband der Caritas, betrieben wird. Ebenfalls im Schuljahr 2006/07 sind wir mit dem Gütesiegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ ausgezeichnet worden, was uns bestärkt, mit dieser Arbeit fortzufahren und sie zu intensivieren.
Dieses Schulprogramm ist Grundlage für unsere Arbeit vom Schuljahr 2007/08 an. Es soll wiederum 3 Jahre Gültigkeit haben.
I. Leitsätze der katholischen Bonifatiusschule
Die Bonifatiusschule ist eine der 21 katholischen Schulen Hamburgs, die im pastoralen Auftrag des Erzbistums in der Trägerschaft des Verbandes der römisch- katholischen Kirchengemeinden in der Freien und Hansestadt Hamburg Schule gestalten.
Inhaltlich orientieren wir uns am Leitbild der katholischen Schulen Hamburgs, der Rahmenschulordnung des katholischen Schulträgers sowie am Hamburger Schulgesetz. Unsere Leitsätze, die auf christlichen Werten und Normen basieren, dienen als Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenwirken aller Schüler, Eltern und Lehrer.
Für uns Pädagogen heben die Leitsätze die Vorbildfunktion und Verantwortung gegenüber unseren Schülern/innen hervor.
- Wir wollen respektvoll und vertrauensvoll miteinander umgehen
- Unsere Schüler/innen werden von den Lehrer/innen als Persönlichkeiten angenommen und respektiert.
- Wir gehen offen und ehrlich aufeinander zu und können uns in angemessener Form unsere Meinung sagen.
Uns ist wichtig, allen Schülern/innen gerecht zu werden. Hieran arbeiten wir mit großem Einsatz in Zeugniskonferenzen, Eltern- und Schülergesprächen sowie im Unterricht.
Dabei stehen hinter dem Bemühen um die Kinder und Jugendlichen formale Aspekte unserer Arbeit zurück.
- Wir wollen erfolgreich lehren und lernen
- Selbstverantwortung und entdeckende Arbeitsformen prägen das Lernen unserer Schüler/innen.
- Anleitung und Begleitung in die Selbstständigkeit, Transparenz der Lehr- und Lernprozesse sowie deren Reflexion bestimmen die Unterrichtsarbeit der Lehrer/innen.
Uns ist wichtig, dass wir uns als Kollegen gemeinsam fortbilden, um neue Unterrichtsformen zu lernen und zu erproben.
Mit Hilfe von kooperativen Lernformen, Teamwork und fächerübergreifendem
Unterricht fördern wir die Eigenständigkeit unserer Schüler/innen und die Entwicklung ihrer Kompetenzen.
Ein wichtiges Element ist die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, um unsere Schüler/innen auf eine erfolgreiche Zukunft vorzubereiten.
- Wir wollen verlässlich sein
- Unsere Schüler/innen finden in den Kollegen verlässliche Ansprechpartner und werden von ihnen begleitet und unterstützt.
- Die Arbeit im Kollegium ist von Teamstrukturen geprägt, in denen alle Lehrer/innen verlässliche Unterstützung erfahren.
Uns ist wichtig, dass wir in Klassen-, Jahrgangs- oder im Hauptschulteam zusammen arbeiten.
Wir sind verlässlich, indem wir die Sorgen unserer Schüler/innen ernst nehmen und uns
um Lösungen bemühen.
II. Leitbild der katholischen Schulen in Hamburg
Die katholische Kirche weiß sich seit jeher mitverantwortlich für die Erziehung und Bildung junger Menschen in Familie, Kirche, Staat und Gesellschaft. Daher engagiert sie sich in Hamburg für die Gestaltung eigener Schulen. Vor allem durch ihre Schulen ist die Kirche in unserer Gesellschaft gegenwärtig und wirksam. Die katholischen Schulen werden im pastoralen Auftrag des Erzbistums vom Verband der röm.-kath. Kirchengemeinden in der Freien und Hansestadt Hamburg getragen.
1. WER SIND WIR?
1.1 Die katholischen Schulen sind als Orte der Erziehung und Bildung ein pädagogisch gestalteter Lern- und Lebensraum. Er gewinnt sein besonderes Profil dadurch, dass das Miteinanderlernen und -leben auf der Grundlage des christlichen Glaubens stehen.
1.2 Sie sind ein Angebot an Eltern und junge Menschen, die eine im katholischen Glauben wurzelnde und am christlichen Menschenbild orientierte Bildung und Erziehung bejahen und wünschen. Die kath. Schulen tragen zu einem ökumenischen Gespräch bei.
1.3 Als eine Basis des kirchlichen Lebens öffnen die Schulen Zugänge zur Teilnahme am Gemeindeleben und prägen dieses mit.
1.4 Alle am Schulleben Beteiligten tragen durch ihr persönliches Engagement zum Gelingen einer christlichen Schulgemeinschaft bei. Als Räume gelebter Christlichkeit bieten die Schulen eine besondere Chance der Einübung, Erprobung und Bewährung des Glaubens. Hierfür ist das Vorbild der Lehrer und Lehrerinnen von besonderer Bedeutung.
1.5 Aus diesen grundlegenden Erfahrungen können die jungen Menschen Mut und Kompetenz gewinnen, sich in eigener Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu engagieren.
1.6 Im Sinne der Chancengerechtigkeit bieten die katholischen Schulen in Hamburg ein flächendeckendes, umfassendes und differenziertes Bildungs- und Erziehungsangebot ohne besondere Zugangsbedingungen. Dadurch erreicht die Kirche die Mehrheit der Kinder aus katholischen Familien in Hamburg.
2. WAS WOLLEN WIR?
2.1 Katholische Schulen engagieren sich für eine ganzheitliche Erziehung, die den Menschen mit all seinen Kräften und Begabungen anspricht, fördert und unterstützt, die offen ist für die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft und die auf den Wertvorstellungen des christlichen Welt- und Menschenbildes basiert. Die kath. Schulen sind der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet.
2.2 Zur ganzheitlichen Erziehung gehört grundlegend die christliche Gestaltung des schulischen Lebens, die in Gebet, Gottesdienst und Mitfeier des Kirchenjahres ihren Ausdruck findet.
2.3 Die katholischen Schulen in Hamburg leisten einen hohen integrativen Beitrag für das Miteinanderlernen und -leben von Schüler und Schülern aus vielen Nationen und sind damit ein deutliches Zeichen der Weltkirche.
2.4 Die katholischen Schulen nehmen die jungen Menschen nicht nur als Lernende wahr, sondern versuchen sie in ihrer gesamten Persönlichkeit und ihrem sozialen Umfeld zu erfassen. Sie bieten Förderung und Hilfestellung an.
2.5 Die Sicherung der Qualität von Unterricht und Erziehung ist Voraussetzung für gute pädagogische Arbeit der katholischen Schulen. Darauf beruht ihre Wertschätzung in der Elternschaft und ihr besonderer Ruf in der Hamburger Schullandschaft.
3. WIE ARBEITEN WIR?
3.1 Die katholischen Schulen verstehen sich als Schulverbund. Sie kooperieren eng miteinander und ermöglichen fließende Übergänge zwischen den Schulformen. In gegenseitiger Solidarität und Kommunikation arbeiten sie eng zusammen.
3.2 Das dialogische Miteinander, die Mitverantwortung und der Grundkonsens aller am Schulleben Beteiligten prägen wesentlich Unterricht und Schulklima der katholischen Schulen in Hamburg. Sie leben von dem besonderen Engagement der Beteiligten füreinander.
3.3 Die katholischen Schulen sind eingebunden in die Gemeinden und erfüllen dadurch mitverantwortlich Aufgaben des Erzbistums. Sie öffnen den Blick für die weltweiten Aufgaben der Kirche.
3.4 Die katholischen Schulen nehmen aktiv teil an der kulturellen und sozialen Gestaltung des gesellschaftlichen Umfeldes, insbesondere im Stadtteil.
3.5 Die katholischen Schulen in Hamburg sind staatlich anerkannte Schulen. Sie sind in das öffentliche Schulwesen integriert und arbeiten eng mit den staatlichen Schulen und Behörden zusammen, ohne deshalb ihre pädagogische, inhaltliche oder christliche Besonderheit aufzugeben. Alle Abschlüsse sind staatlich anerkannt.
3.6 Das Erzbistum und der Schulträger sehen sich gemeinsam in der Verantwortung für die katholischen Schulen in Hamburg. Um die Zukunft der katholischen Schulen sicherzustellen, geht es allen darum, verantwortlich und sorgsam mit den von Staat und Kirche zur Verfügung gestellten Ressourcen umzugehen. Dieser Ressourcenverantwortung entsprechen transparente, klare Organisations- und Entscheidungsstrukturen.
In Kraft gesetzt durch Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp im Januar 2002.
VERBAND DER RÖMISCH-KATHOLISCHEN KIRCHENGEMEINDEN
IN DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG, ERZBISTUM HAMBURG
III. Schwerpunkte
1. Schwerpunkt Soziale Kompetenz
A) Ausgangsüberlegungen
Soziale Kompetenz kann inzwischen immer weniger als Basiskompetenz bei Schülern vorausgesetzt werden, so dass wir als Schule hier eine stärkere Verantwortung sehen. An unserer Schule wird Schülern nicht nur Wissen, sondern auch soziale Kompetenz vermittelt. Dazu gehören Verständnis füreinander, fairer Umgang miteinander und konstruktive Konfliktbewältigung, sodass eine Kultur des sich gegenseitigen Unterstützens entsteht. Hinzu kommt, dass sich Schüler in unserem Stadtteil mit vielschichtigen sozialen Problemen konfrontiert sehen. Als “Lösung“ dieser Probleme wird ihnen zu oft aggressives Handeln vorgelebt. Auch unsere Schüler bringen diese Erfahrungen mit in die Schule. Wir wollen diesen Kreislauf durchbrechen, indem wir Höflichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Konfliktfähigkeit einfordern und durch gezielte Maßnahmen fördern. Ein gutes Schulklima ist das Ergebnis eines ständigen Prozesses, an dem alle, die mit Schule zu tun haben, beteiligt sind.
B) Ziele
Die Grundlagen für ein gutes Zusammenleben müssen bereits in der Vorschule / Grundschule geschaffen werden. Dies wollen wir durch Patenschaften für Schulanfänger erreichen. Die älteren Paten lernen auf diese Weise Verantwortung für die ihnen anvertrauten Schulanfänger zu übernehmen und den Erstklässlern wird so der Einstieg in das Schulleben erleichtert; sie verlieren die Scheu vor den „größeren“ Schülern, haben Ansprechpartner auf dem Schulhof und bauen so zugleich ein Vertrauen auf. Wir wollen das Schulklima verbessern, indem wir die Persönlichkeit bzw. das Selbstwertgefühl der Schüler stärken, sowie die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Jugendlichen fördern. Die Schüler sollen zudem in die Lage versetzt werden, Streitigkeiten auf dem Schulhof und in den Klassen friedlich und eigenverantwortlich zu schlichten und soziale Umgangsformen anzuwenden.
C) Maßnahmen
Patenschaften für Schulanfänger
Schüler der 4. Klassen betreuen je einen (in Ausnahmefällen zwei) Schulanfänger als Paten. Dazu wird jeweils eine 4. Klasse einer 1. Klasse zugeordnet. Die Klassenlehrer sprechen die Zuordnung der Paten ab. Die Paten sind Ansprechpartner auf dem Schulhof. Außerdem unterstützen sie die Klassenlehrer mindestens in einer Stunde pro Woche im Unterricht, indem sie mit ihren Schützlingen nach Anweisung des Lehrers arbeiten oder spielen. Bei Bedarf können die Paten die Schulanfänger auch auf dem Schulweg begleiten oder bei Hausaufgaben helfen (in Absprache mit den Eltern).
Streitschlichtung und Streitschlichter AG
Es werden Wahlpflichtkurse „Streitschlichtung“ für die Sek. I und für die Klassen 4 (wahlweise auch für die 3. Klassen) angeboten. Streit und Konflikte gehören zum Alltag. Es geht hier in erster Linie nicht darum, Streit zu vermeiden, sondern Methoden zu erlernen, um Konflikte auszutragen und zu lösen, ohne dass es einen Verlierer gibt. Streitkultur ist ein wesentlicher Aspekt eines guten Schulklimas. In den Kursen werden interessierte Schüler darin ausgebildet, mit den Streitenden eine Lösung für ihren Streit zu finden. Streitschlichtung basiert auf dem Gedanken, dass Kinder und Jugendliche zu ihresgleichen oft mehr Vertrauen haben als zu Erwachsenen und daher eher bereit sind zu erzählen, worum es bei dem Streit ging. Außerdem erzieht die Streitschlichtung zu mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Die Streitschlichter werden über den Zeitraum ihrer Ausbildung hinaus im Rahmen einer Streitschlichter AG von einem Kollegen betreut und beraten.
Programm „Bei Stopp ist Schluss“
Nach einer schulinternen Fortbildung des Kollegiums im Schuljahr 2007/08 wird in jeder Klasse verbindlich das Persönlichkeitsförderungsprogramm eingeführt. Mit Hilfe dieses sozialen Lernprogramms soll Schülern Werte und Regeln des Zusammenlebens und –arbeitens vermittelt werden, um problematische Verhaltensweisen eigenverantwortlich zu ändern.
Klassenrat
Nach einer schulinternen Fortbildung des Kollegiums im Schuljahr 2007/08 wird in jeder Klasse die Klassenlehrerstunde als Klassenrat durchgeführt. Mit den Regeln des Zusammenlebens sind wichtige Bedingungen für ein respektvolles Miteinander geschaffen worden. Um diesen respektvollen Umgang zu sichern, ist es notwendig, die Regeln und sozialen Werte immer wieder zum Thema zu machen. Die Schüler einer Klasse müssen sich also regelmäßig zusammensetzen, um die Regeln des Zusammenlebens und –arbeitens auf den Prüfstand zu stellen und Fragen der Klassengemeinschaft zu besprechen.
Ritualisierter Wochenanfang bzw. –abschluss in der Beobachtungsstufe
In Klasse 5 und 6 ist es wichtig, dass montags die erste und freitags möglichst die letzte Stunde als ritualisierter Wochenanfang bzw. –abschluss von den Klassenlehrern gestaltet wird. Die Schüler sollen dadurch Gelegenheit erhalten, Erlebnisse des Wochenendes und Konflikte der Woche aufzugreifen, zu reflektieren und ggf. aufzuarbeiten. Dadurch soll der Übergang von einem Klassenlehrersystem in der Grundschule hin zu vermehrtem Fachlehrerunterricht erleichtert werden.
Kooperative Lernformen
Das Kollegium hat ein zweijähriges Didaktisches Training absolviert und wird diesen Prozess weiterführen. Methoden zur Weiterentwicklung der sozialen Kompetenz und schülerorientierten Arbeitens im Unterricht standen im Mittelpunkt dieser Fortbildung. Kooperative Lernformen werden an unserer Schule im Unterricht verbindlich angewendet. In Partner- und Gruppenarbeit lernen die Schüler sich gegenseitig zu unterstützen. Sie lernen, ihren eigenen Lernprozess zu reflektieren und Arbeitsergebnisse zu bewerten. Sie übernehmen dadurch mehr Verantwortung für ihr Lernen und für andere. Bei diesem Prozess werden Lehrer zu Lernbegleitern.
Sozialer Tag
An einem Tag im Schuljahr wird der sozialen Kompetenz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Dies erfolgt durch verschiedene Aktionen. An diesem Tag stehen unsere gemeinsamen Regeln im Fokus. Die Kurse mit dem Schwerpunkt Soziale Kompetenz können ihre sozialen Projekte und Aktionen vorstellen.
Tage der Orientierung
In den 7. und in den Abschlussklassen finden die Tage der Orientierung statt. Der Verband der katholischen Schulen organisiert diese Veranstaltung. Religionspädagogen arbeiten im Niels-Stensen-Haus mit den Schülern an verschiedenen religiösen, existentiellen Fragestellungen, die sich an der Lebenswelt der Schüler orientieren. Die Klassenlehrer sind Begleitpersonen.
Bolivien-Projekt
Seit acht Jahren unterstützt unsere Schule Pater Don Juan und sein Gemeindezentrum in Tarija. Hier erfahren v.a. Kinder und Jugendliche Hausaufgabenhilfe und sinnvolle Freizeitgestaltung. Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen ist die Gemeinde auf Spenden angewiesen. Durch die finanzielle Unterstützung dieses Projektes sollen unsere Schüler Bewusstsein für Kinder in anderen Ländern und ihre oft schwierige Lebenssituation schärfen.
D) Umsetzungsplan (siehe PDF-Version)
2. Schwerpunkt Leseschule
A) Ausgangslage
Lese- und Sprachkompetenz ist nicht nur Grundlage für alle Fächer in der Schule, sondern ist bedeutsam für unser gesamtes Leben.
Die Evaluation des ersten Schulprogramms hat gezeigt, dass wir viele Ziele mit Erfolg umgesetzt haben. Beispielsweise haben wir einen Leseraum eingerichtet, in dem Schüler in angenehmer Atmosphäre lesen können.
Die KESS 7- Ergebnisse machten deutlich, dass wir vor allem im Bereich der Hauptschule deutlich besser abgeschnitten haben als Vergleichsschulen.
Dennoch haben wir nach wie vor Kinder, besonders Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache, die Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens oder in der Sprachverwendung haben. Auch beim sinn- und informationserfassenden Lesen, beispielsweise bei der Nutzung des Internet, brauchen unsere Schüler Unterstützung. Unser Programm strebt die Förderung aller Schüler im Bereich des Lesens und der Sprache an. Vorschulische Einflüsse prägen bereits die Haltung der Kinder. Deshalb muss schon in den Vorschulklassen eine positive Einstellung zur Sprache und zum Lesen erzeugt werden. Seit 2006 gibt es ein Sprachförderkonzept, welches die Vorschulklassen mit großen Ressourcen in der integrativen und additiven Sprachförderung versieht. Damit legen wir für die weitere sprachliche Entwicklung unserer Kinder eine gute Basis. Mit dem Beginn des Leselernprozesses in den 1. Klassen soll durch Fördermaßnahmen einem Lernversagen im Lesen vorgebeugt werden. Wenn Grundschüler keine ausreichende Lesekompetenz aufbauen, werden sich ihre Defizite in den höheren Schuljahren in vielen Fächern vermutlich verstärken.
B) Ziele
Wir möchten unseren Schülern Wege eröffnen, auf kreative Weise zu entdecken, dass Lese- und Sprachkompetenz für sie persönlich bedeutsam und sinnvoll ist. Sie sollen den kommunikativen, emotionalen und kognitiven Nutzen des Lesens und der Sprache in vielfältiger Weise erfahren. Ein Ziel dabei ist, ihre Sprachkompetenz weiter zu entwickeln. Deshalb muss die Sprachförderung alle Unterrichtsfächer durchziehen und durch viele Methoden bewusst eingebracht werden. Schüler müssen immer wieder zum Lesen und zum bewussten Einsatz der Sprache angeregt werden Die Pädagogen unserer Schule sind sich dabei ihrer Vorbildfunktion bewusst. Deshalb liegt es in der Verantwortung unserer Schule, unsere Schüler zu selbstständigen und selbstbewussten Lesern zu machen und ihre Lesekompetenz zu entwickeln. Sie sollen lernen, die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit Literatur, Sachtexten und Medien für sich zu nutzen.
Wir wollen in ihnen die Freude am Lesen wecken und ihre Lesemotivation erhalten. Vor allem Schüler, die in ihrem sozialen Umfeld kaum Zugang zu Büchern haben, erhalten hinreichend Gelegenheit, sich aktiv mit Literatur auseinander zu setzen. Sie erfahren die Bedeutung des Mediums Buch für die eigene sachliche Information, Weiterbildung und für ihre Freizeit. Der Umgang mit Literatur und anderen Medien soll der Entfaltung produktiver und kreativer Fähigkeiten dienen. Der kritische Umgang mit Texten erweitert das begriffliche Verständnis sowie die Fähigkeit zur Argumentation und trägt somit zum selbstständigen Denken und Handeln der Schüler bei. Damit wollen wir ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern.
C) Maßnahmen
Sprachförderung
Wir haben ein Sprachförderkonzept nach Vorgaben der staatlichen Schulbehörde entwickelt. Hier werden Schüler mit auffallenden Sprachdefiziten möglichst so gefördert, dass sie dem laufenden Unterricht folgen können. Dabei legen wir großen Wert auf frühzeitige Förderung. Bereits in der Vorschule wird in großem Umfang integrativ und additiv gefördert, was sich dann in den weiterführenden Schulstufen fortsetzt. Ein Sprachförderteam übernimmt die Förderung.
LEKO- Unterricht
Mit diesem Unterricht (LEKO steht für Lesekompetenz), der für die Schüler in der GS in den Deutschunterricht als sechste Stunde integriert ist und für die Schüler der BEO und SEK 1 eine zusätzliche Stunde Unterricht bedeutet, werden die verschiedenen Leseziele (s.o.) erreicht. In der 5. Klasse werden ein Lesepass sowie ein Wortschatzheft angeschafft, welches die Schüler in den folgenden Schuljahren weiter führen sollen. Im Rahmen des LEKO- Unterrichts sollen Lesepatenschaften mit dem Seniorenheim gegründet werden. Eine freiwillige Lesegruppe geht dort hin und liest den Senioren vor. Diese Maßnahme könnte auch auf das Krankenhaus/Geriatrie erweitert werden.
WPK Lesen und Literatur / Schülerzeitung/ Kreatives Schreiben
In der Grundschule und in der Sekundarstufe wird jeweils ein Wahlpflichtkurs „Lesen und Literatur“ angeboten. Die oben bereits genannten Lesepatenschaften könnten auch hier integriert sein.
In der SEK1 wird der Kurs „Schülerzeitung“ angeboten. Interessante Beiträge und Themen aus dem laufenden Unterricht können jederzeit in der Schülerzeitung veröffentlicht werden. Alle Lehrer sind dazu aufgefordert, ihre Schüler zur Mitgestaltung der Schülerzeitung zu motivieren.
In der Grundschule und der SEK1 wird je ein Kurs „Kreatives Schreiben“ angeboten. Hier haben die Schüler die Möglichkeit, auf kreative Weise eigene Texte zu verfassen.
Besuch der Bücherhalle
Die Schüler der Grundschule und der Beobachtungsstufe erkunden die öffentliche Bücherhalle im Stadtteil und erhalten eigene Benutzerausweise.
Lesenacht/Lesetag:
In der GS findet mindestens einmal eine Lesenacht statt. In der BEO sowie SEK 1 kann das auch ein Lesetag sein.
Vorlesewettbewerb
Einmal im Jahr findet ein schulinterner Vorlesewettbewerb für die Grundschule und die Beobachtungsstufe verbindlich statt. Dieser Wettbewerb ist für die SEK 1 fakultativ.
Schaukasten „Lesen“
Im Zwischenflur der Pausenhalle befinden sich Glasvitrinen, die abwechselnd von verschiedenen Klassenstufen gestaltet werden sollen. Die Themenwahl wird von den Klassen 2- 9 selbst bestimmt und wechselt monatlich.
Tag des Buches
Einmal pro Schuljahr soll der „Tag des Buches“ stattfinden, an dem alle Klassen vielfältige Aktionen und Projekte „rund ums Buch“ planen und durchführen.
Bücherflohmarkt
Am Fronleichnamstag soll im Rahmen des Schulfestes ein Bücherflohmarkt stattfinden.
D) Umsetzungsplan (siehe PDF-Version)
3. Schwerpunkt Hauptschulpädagogik
A) Ausgangsüberlegungen
Nachdem in den letzten drei Jahren unser Vorhaben, den Hauptschulzweig zu stärken, durch verschiedene Maßnahmen umgesetzt wurde, können wir von einer erfolgreichen Arbeit in diesem Bereich sprechen.
Seit 2004 haben immer alle zur Abschlussprüfung angemeldeten Schüler ihren Hauptschulabschluss erreicht.
Dies zeigten Befragungen der Schüler sowie Lehrer, die aussagten, dass die Zufriedenheit in dieser Schulform zu lernen und zu lehren sehr hoch ist.
Aus der Sicht der Schüler haben die Doppelbelegungen und die geringere Anzahl an Fachlehrern zum Gelingen der Hauptschulpädagogik beigetragen. Außerdem fühlen sich viele Schüler gut gefördert und unterstützt. Die Schüler nannten ausdrücklich, dass die Hauptschule deutlich besser sei als ihr Ruf.
Aus der Sicht der Lehrer wird an erster Stelle die gute Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen im Hauptschulbereich hervorgehoben. Die Klassenlehrer treffen sich einmal wöchentlich im Hauptschulteam, um verschiedene Belange der Hauptschulpädagogik zu besprechen. Dies beinhaltet z.B. Fallbesprechungen, Koordinationsgespräche mit IN VIA, Vorbereitung von Projektphasen. Positiv für die Kollegen wirkt sich auch die Besetzung jeder Klasse durch eine geringe Anzahl an Fachlehrern aus, da sie so den Schülern als Bezugspersonen zur Verfügung stehen.
Der Erfolg der Hauptschulpädagogik lässt sich auch an externen Beurteilungen ablesen. Bei der KESS 7 Studie 2005 hat unsere Schule in vielen Bereichen im Vergleich überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Beim Schulwettbewerb „Hauptschulpreis 2007“ belegte unsere Schule hamburgweit den 2. Rang.
B) Ziele
Ein dauerhaftes Ziel bleibt, das Selbstwertgefühl der Schüler zu verbessern. Der Besuch unserer Hauptschule soll dazu führen, sich selbst als gleichwertigen Teil der Gesellschaft zu fühlen und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen.
Wir wollen den Unterricht in Hauptschulklassen verstärkt an der Lebenswirklichkeit der Schüler ausrichten und auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Die Schüler lernen, ihren eigenen Lernprozess einzuschätzen, aktiv mitzugestalten und Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Sie sollen befähigt werden, in Gruppen zu arbeiten und eigene Lösungswege zu finden. Es findet individuelle Unterstützung in kleinen Gruppen statt.
Die Schüler sollen eine bewusste und realistische Zukunftsplanung vornehmen können.
Die Kooperation mit IN VIA (Hausaufgabenhilfe, Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen) soll weiterhin intensiviert werden. Die Arbeit in der Hauptschule soll weiterhin optimiert werden.
C) Maßnahmen
Klassenteam
Es ist wünschenswert, dass möglichst drei Lehrer einer Klasse ein Lehrerteam bilden. So kann dem Bedürfnis der Schüler nach Kontinuität Rechnung getragen werden. Auch die Elternarbeit lässt sich leichter koordinieren und intensivieren.
Hauptschulteam
Die Klassenlehrer treffen sich wöchentlich zu einem festen Termin, um die Arbeit in diesem Bereich zu fördern und sich gegenseitig zu unterstützen.
Hauptschulkoordination
Ein Kollege koordiniert die Arbeit in der Hauptschule. Alle Belange, die das Lehrerteam und Hauptschulteam betreffen, werden besprochen und abgestimmt. Als Mitglied der kleinen Fachleiterkonferenz ist er Mitglied der erweiterten Schulleitung und trägt Sorge dafür, dass die Inhalte der Hauptschulpädagogik dort berücksichtigt werden.
Zusammenarbeit mit IN VIA
Als ein Fachverband der Caritas unterhält IN VIA in den Räumlichkeiten im Mehrzweckgebäude der Bonifatiusschule eine Lernwerkstatt für unsere Schüler.
Die verschiedenen Angebote für unsere Hauptschüler werden im Kapitel Berufsorientierung näher erläutert.
An zwei Nachmittagen gibt es ein offenes Angebot zur Hausaufgabenhilfe und während der Prüfungsphasen ein gesondertes Angebot zur Prüfungsvorbereitung für die jeweiligen Abschlussklassen.
Nachmittagsangebot
Im Nachmittagsbereich soll für die Schüler ein Angebot aufgebaut werden, das sie von der Straße weg, hin zu Aktivitäten in einem sozial betreuten Rahmen führt. Zunächst ist wiederum das offene Hausaufgabenangebot von IN VIA zu nennen. Außerdem hält der Schulsportverein nachmittags Angebote für unsere Schüler bereit. Einige Kurse finden am Nachmittag statt, deren Teilnehmer die Möglichkeit haben, ein Mittagessen in der Schule einzunehmen.
Mittelfristig wird die Bonifatiusschule ein Ganztagsschulangebot bereit halten, in welchem am Nachmittag eine besonders intensive Betreuung von Schülern mit größerem Förderbedarf stattfinden wird. In einem Ganztagsbetrieb wären einige Ziele der Hauptschulpädagogik einfacher umzusetzen und so könnte den Bedürfnissen unserer Schüler nach einer intensivierten Betreuung eher entsprochen werden.
Berufsvorbereitung und -orientierung
In der 8. Klasse absolvieren unsere Schüler ihr erstes Betriebspraktikum, in dem sie erste Erfahrungen in der Berufswelt sammeln können. Das Betriebspraktikum wird intensiv vor- und nachbereitet. In der 9. Klasse durchlaufen unsere Schüler den PraxisLerntag (siehe Kapitel Berufsorientierung).
Lernanlässe aus den Praktika werden im Unterricht aufgegriffen. Das bedeutet, dass die Schüler an eigenen Lernaufgaben und Projekten arbeiten. Dafür wird eine entsprechende Ausstattung (Internet, Lexika) zur Verfügung gestellt. In Klasse 9 werden die Schüler auf die Berufsschule vorbereitet. Deshalb liegt ein Schwerpunkt auf der Präsentation von Arbeitsergebnissen.
Um Verantwortung für das eigene Lernen und das Lernen in der Gruppe zu übernehmen, arbeiten die Schüler, wenn es der Inhalt erlaubt, in kooperativen Lernformen.
Projektorientierter Unterricht
Viele Inhalte der Rahmenpläne und der Praktika in der Hauptschule lassen sich in projektorientiertem Unterricht verknüpfen und fächerübergreifend unterrichten. Zu Beginn des Schuljahres werden diese Maßnahmen im Hauptschulteam besprochen, reflektiert und koordiniert.
Doppelbelegung
In der 7. und 8. Klasse ist eine Differenzierungsmöglichkeit durch eine möglichst kontinuierliche Doppelbelegung erforderlich. Die Schüler sollen nach der „Niederlage“ zur Hauptschule geschickt worden zu sein, ihr Selbstbewusstsein stärken und ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen ausbauen. In der 9. Klasse liegt der Schwerpunkt darauf, unsere Schüler auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten und sie bei ihrer Berufsfindung (PraxisLerntag) zu begleiten. Um eine individuelle Unterstützung zu gewährleisten, sind Doppelbelegungen wichtig. Es steht ein Differenzierungsraum zur Verfügung, der das Arbeiten mit kleinen Gruppen bzw. das eigenständige Arbeiten der Schüler begünstigt und in dem sie ihre Bewerbungen erstellen können.
Klassenlehrertag
In Projektarbeitsphasen soll den Schülern möglichst häufig Gelegenheit gegeben werden zu einem Thema selbstbestimmt und fächerübergreifend zu arbeiten. Wichtig ist ein Klassenlehrertag, an dem die Möglichkeit zu flexibler Unterrichtsgestaltung, insbesondere projektorientiertem Arbeiten, besteht.
Stundenpool
Um die angeführten Aspekte besser in den Unterrichtsalltag einer Hauptschulklasse integrieren zu können, soll ein Stundenpool mit einem Kontingent von 6 Unterrichtsstunden eingerichtet werden. Ziel dieses Stundenpools ist es eine optimale Stundenverteilung einzurichten.
Späterer Unterrichtsbeginn
Die Auswertung von Umfragen hat gezeigt, dass insbesondere in Bezug auf die Aufnahmefähigkeit der Einsatz von Frühstunden in der Stundentafel der Hauptschüler als problematisch angesehen wird. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigte, dass diese Zeit weitgehend nicht als produktive Unterrichtszeit genutzt werden konnte. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass gerade Jugendliche in der Zeit nach 9.00 Uhr eine gute Aufnahmefähigkeit besitzen.
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